Die Vorteile des Stiftungsrecht für Unternehmer

Die Unternehmensträgerstiftung – UTS die smarte GmbH Alternative für mehr unternehmerischer Freiheit

Unternehmensträgerstiftung – für steuerpflichtige Betriebe

Die Unternehmensträgerstiftung (UTS) ist eine innovative Organisationsform für Unternehmen, die eine dauerhafte, unabhängige und zukunftsorientierte Struktur suchen. Im Unterschied zu klassischen Rechtsformen wie GmbH, UG oder AG verzichtet die UTS auf Eigentümer wie Gesellschafter oder Aktionäre. Stattdessen wird das Unternehmen von einer Treuhandstiftung getragen – eine rechtliche Konstruktion, die klare Regeln und maximale Flexibilität verbindet.

Die Gründung erfolgt unkompliziert: Ein Stifter überträgt Vermögen per Vertrag an einen Treuhänder, der es nach den Vorgaben einer Satzung verwaltet. Die UTS ist keine rechtsfähige Stiftung im Sinne des BGB, sondern basiert auf Vertragsrecht. Dadurch entfallen viele bürokratische Hürden – und es entsteht eine stabile Grundlage für nachhaltiges Unternehmertum.

Rechtliche Vorteile der UTS

  • Keine Eigentümerstruktur: Es gibt keine Gesellschafter oder Mitglieder – nur das Unternehmen selbst und seine Satzung
  • Vertragliche Flexibilität: Der Treuhandvertrag regelt alle wesentlichen Aspekte – vollständig nach BGB
  • Keine Stiftungsaufsicht: Die §§ 80–85 BGB finden keine Anwendung
  • Gründung ohne Mindestkapital: Einfach und kosteneffizient, auch ohne Notar (außer bei Immobilientransfers)
  • Rechtssicher & pfändungssicher: Gesellschaftsanteile existieren nicht – daher kein Zugriff durch Dritte möglich
  • Keine innerbetrieblichen Machtkämpfe: Streitigkeiten auf Gesellschafterebene sind ausgeschlossen
  • Trennung von operativer Führung und rechtlicher Trägerschaft möglich
  • Auch als Einzelunternehmen mit Körperschaftsstatus möglich

Steuerliche Vorteile der UTS

  • Vielfältige Einkunftsarten: Die Stiftung kann Einkünfte wie eine natürliche Person erzielen – z. B. aus Vermietung, Kapitalanlagen, Landwirtschaft oder Gewerbebetrieb
  • Körperschaftsteuerpflichtig, aber mit Gestaltungsmöglichkeiten
  • Erbschaftsteuerfrei: Strukturierte Vermögensübertragungen ohne Belastung
  • Keine Wegzugsbesteuerung, verdeckten Einlagen oder verdeckten Gewinnausschüttungen
  • Optional gemeinnützig: Kombination aus gewerblichen und gemeinnützigen Zielen nach § 55 AO möglich
  • Starke Innenfinanzierung: Die Kapitalbindung schafft finanzielle Stabilität für langfristige Ziele

Für wen eignet sich die UTS?

Zielgruppe Nutzen
Gründer & Start-ups Moderne, stabile Struktur ohne klassische Anteile
Familienunternehmen Klare Eigentumsverhältnisse & Nachfolgeregelungen
Unternehmen in Wandlung Überführung von Anteilen in zukunftsorientierte Struktur
Krisenbewältigung Schutz durch Auffanggesellschaften bei Insolvenz oder Sanierung
Mitarbeiterbeteiligung Beteiligungsmodelle über stille Teilhabe möglich
Freie Berufe / Landwirtschaft Flexible Ausgestaltung auch für Sonderformen

Vergleich: Unternehmensträgerstiftung (UTS) vs. Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)

Merkmal UTS GmbH
Rechtsform Treuhandstiftung nach Vertragsrecht (BGB) Kapitalgesellschaft nach GmbHG
Gesellschafter / Eigentümer Keine Gesellschafter oder Mitglieder Ein oder mehrere Gesellschafter
Gründung Ohne Notar, ohne Mindestkapital, kein Handelsregister Notarielle Beurkundung, mind. 25.000 € Stammkapital
Staatliche Kontrolle Keine Stiftungsaufsicht Eintragung ins Handelsregister, Offenlegungspflichten
Haftung Treuhänder verwaltet Vermögen, haftungsbeschränkt möglich Haftungsbegrenzung auf Gesellschaftsvermögen
Pfändbarkeit Keine Anteile, daher nicht pfändbar Gesellschaftsanteile sind pfändbar
Nachfolge / Vererbung Über Stiftungsrat oder Satzungsregelung steuerbar Vererbung / Verkauf von Anteilen möglich
Erbschaftsteuer UTS ist erbschaftsteuerfrei GmbH unterliegt der Erbschaftsteuer
Wegzugsbesteuerung Nicht relevant Kann bei Auslandsverlagerung auftreten
Zweckbindung Möglich, aber nicht zwingend (Purpose optional) Geschäftszweck frei wählbar
Gemeinnützigkeit Möglich nach § 55 AO Nur über separate gemeinnützige GmbH
Steuerliche Behandlung Körperschaftsteuerpflicht, breit gestreute Einkunftsarten Körperschaftsteuerpflicht, v. a. Gewerbeerträge
Flexibilität der Struktur Hoch – Gestaltung über Vertrag, Satzung, stille Beteiligung Klassisch – Struktur über Gesellschaftervertrag

Die Unternehmensträgerstiftung (UTS): Eine moderne Alternative zu klassischen Unternehmensformen

Einleitung

Die Unternehmensträgerstiftung (UTS) stellt eine innovative Rechtskonstruktion dar, die traditionellen Gesellschaftsformen wie GmbH oder UG eine zeitgemäße Alternative gegenüberstellt. Sie ermöglicht eine langfristig stabile, unabhängige Unternehmensstruktur ohne klassische Eigentümer- oder Gesellschaftermodelle und bietet gleichzeitig erhebliche Vorteile im zivil-, steuer- und insolvenzrechtlichen Kontext.

1.) Zivilrechtliche Grundlagen und Struktur

Die UTS basiert auf einer Treuhandstiftung, die durch eine Vereinbarung zwischen einem Stifter und einem Treuhänder entsteht. Das Vermögen wird treuhänderisch verwaltet und zweckgebunden verwendet, wobei eine klare Trennung vom Eigenvermögen des Treuhänders erfolgt.

Wesentliche Merkmale:

  • Keine Anwendung der §§ 80–85 BGB: Die UTS ist keine rechtsfähige Stiftung
  • Keine Stiftungsaufsicht → vereinfachte Gründung
  • Kein Mindestkapital notwendig
  • Treuhandvertrag regelt sämtliche Rechtsverhältnisse nach BGB
  • Keine Gesellschafter oder Mitglieder
  • Vermögensbindung durch Treuhänder: dauerhaft und rechtssicher
  • Trennung von operativem Geschäft und Trägerschaft möglich
  • Gesellschaftsähnliche Verhältnisse über stille Beteiligungen möglich (typisch/atypisch)
  • Führung als haftungsbeschränktes Einzelunternehmen möglich
  • Keine notarielle Beurkundung (Ausnahme: Grundstücksgeschäfte)
  • Keine Gesellschafterstreitigkeiten, Pfändung oder Vollstreckung in Gesellschaftsanteile
  • Flexibles Ehe- und Familienrecht
  • Möglichkeit zur Versorgung der Familie
  • Große Spielräume bei der Innenfinanzierung
  • Nutzung aller Finanzierungsmöglichkeiten
  • Gestaltungsspielräume über Nießbrauch & Trust-Konstruktionen (Haager Übereinkommen)
  • Möglichkeit der Auflösung der Stiftung

 

2.) Steuerrechtliche Vorteile

Im Gegensatz zur GmbH weist die UTS eine breite steuerliche Flexibilität auf:

Steuerliche Merkmale:

  • Körperschaftsteuerpflicht mit Einkünften wie bei natürlichen Personen:
    • Landwirtschaft, Gewerbebetrieb, Kapitalvermögen, Vermietung, sonstige Einkünfte
  • Keine Erbschaftsteuer
  • Keine Wegzugsbesteuerung
  • Keine verdeckten Einlagen oder Gewinnausschüttungen
  • Gemeinnützigkeit möglich nach § 55 ff. AO

3.) Zielgruppen und Anwendungsbereiche

Interessierte Unternehmensformen:

  • Gründer mit Fokus auf stabile Eigentumsstrukturen
  • Unternehmen mit struktureller Unabhängigkeit von natürlichen Personen
  • Start-ups mit Stiftungsträgerstruktur von Beginn an
  • Bestehende Unternehmen, die ihre Eigentumsstruktur umwandeln wollen

Potenzielle Einsatzfelder:

Bereich

Beschreibung

Gründung & Umwandlung

Als haftungsbeschränktes Einzelunternehmen mit Körperschaftsstatus

Nachfolge

Generationenwechsel durch Stiftungsrat, strukturiert & konfliktarm

Insolvenzschutz

Auffanggesellschaft in Krisen oder Sanierungssituationen

Management Buy-Outs

Übernahme in Treuhandform

Mitarbeiterbeteiligung

Stille Beteiligung & Purpose-Model

Gemeinnützigkeit

Kombination aus gewerblich & gemeinnützig

Freie Berufe / Landwirtschaft

Flexible Sonderformen für spezifische Berufsfelder

Die Carta-Mensch Stiftung Deutschland und die Carta-Mensch Stiftung Unterstützungskasse gelten als erste steuerlich genehmigte UTS-Konstruktionen in Deutschland. Sie sind zivilrechtlich gemeinnützig aber nicht steuerrechtlich.

 

4.) Vergleich: UTS vs. GmbH (inkl. Insolvenzrecht)

Merkmal

UTS

GmbH

Rechtsform

Treuhandstiftung (BGB-Vertragsrecht)

Kapitalgesellschaft (GmbHG)

Gesellschafter / Eigentümer

Keine

Ein oder mehrere Gesellschafter

Gründung

Ohne Notar, kein Mindestkapital

Notarielle Beurkundung, mind. 25.000 € Kapital

Staatliche Kontrolle

Keine Stiftungsaufsicht

Handelsregister, Publikationspflichten

Haftung

Treuhänder kann beschränkt haften

Haftung auf Gesellschaftsvermögen

Pfändbarkeit

Nicht pfändbar

Gesellschaftsanteile sind pfändbar

Nachfolge

Über Satzung steuerbar

Erbfolge oder Anteilsverkauf

Erbschaftsteuer

Steuerfrei

Erbschaftsteuerpflichtig

Wegzugsbesteuerung

Nicht relevant

Möglich bei Sitzverlagerung

Gemeinnützigkeit

Möglich (§ 55 AO)

Nur über gemeinnützige GmbH

Steuerliche Behandlung

Vielfältige Einkünfte

Primär Gewerbeerträge

Insolvenzfähigkeit

Ja

Ja

Gesellschafterstreitigkeiten

Keine

Möglich

Sanierungsmöglichkeiten

Auffanggesellschaft möglich

Schutzschirmverfahren / Eigenverwaltung

Verwertung bei Insolvenz

Vermögensbindung schützt

Liquidation / Anteilsverkauf

Haftung bei Insolvenz

Keine persönliche Haftung

Geschäftsführer haftet persönlich

Insolvenzanmeldungspflicht

Keine für Treuhänder

Pflicht für Geschäftsführer (§ 15a InsO)

Fazit Insolvenzrecht:

Die UTS schützt durch ihre vermögensbindende Struktur und den Verzicht auf Eigentümeranteile vor typischen Insolvenzrisiken – insbesondere vor Gesellschafterstreit, Anteilsverwertung und Pfändung.

5.) Strafrechtlicher Vergleich: UTS vs. GmbH

Merkmal

UTS

GmbH

Strafrechtliche Verantwortlichkeit

Treuhänder bei Pflichtverletzung

Geschäftsführer haftet persönlich

Organhaftung (§ 14 StGB)

Nur bei konkreter Verantwortungszuweisung

Typisch für GmbH-Geschäftsführer

Untreue (§ 266 StGB)

Möglich bei Missbrauch der Treuhandrolle

Häufiger Vorwurf bei Vermögensschäden

Insolvenzstraftaten (§§ 283 ff. StGB)

Selten relevant

Pflicht zur Anmeldung bei Insolvenz (§ 15a InsO)

Steuerstrafrecht (§§ 370, 378 AO)

Treuhänder kann belangt werden

Geschäftsführer haftet persönlich

Buchführungspflichten

Vertragsabhängig

Verletzung kann strafrechtlich verfolgt werden

Kapitalerhaltungspflichten

Nicht relevant

Strafbarkeit bei Verstoß (§ 30 GmbHG)

Strafrechtliches Risiko

Geringer

Hoch – bei Krise oder Insolvenz

Fazit Strafrecht:

Die UTS reduziert typische strafrechtliche Risiken durch den Wegfall der Eigentümerstruktur und die gestaltungsfähige Satzung. Insbesondere bei Insolvenz oder steuerlichen Delikten bietet die UTS höhere Schutzmechanismen als die GmbH.

Schlussbemerkung

Die Unternehmensträgerstiftung bietet eine moderne und flexible Struktur für Unternehmen jeder Größe – insbesondere für Gründer, visionäre Unternehmer und Nachfolgeregelungen. Sie verbindet rechtliche Unabhängigkeit mit steuerlicher Optimierung und reduziert gleichzeitig typische Haftungs- und Konfliktpotenziale klassischer Kapitalgesellschaften.

Unternehmensträgerstiftung – für gemeinnützige oder zweckgebundene, Purpose Unternehmen

Als Alternative zu bestehenden Unternehmensformen bietet die Unternehmensträgerstiftung (UTS) eine passende und überzeugende Organisationsform für zweckgebundene Unternehmen.

Purpose-led Business, Steward Ownership oder Verantwortungseigentum gewinnen für Gründer, Unternehmen und Investoren zunehmend an Bedeutung. Die globalen Herausforderungen – Klimawandel, Digitalisierung, soziale Ungleichheit und entkoppelte Finanzmärkte – sind so gravierend, dass sich immer mehr Unternehmer einem Unternehmenszweck verschreiben, der über reine Gewinnerzielung hinausgeht.

Diese Unternehmen wollen Teil der Lösung sein, nicht Teil des Problems. Sie arbeiten gewerblich an einer gerechteren, gesünderen und nachhaltigeren Gesellschaft.

Triple Bottom Line bezeichnet den Nachhaltigkeitsansatz, bei dem eine Balance zwischen ökonomischen, ökologischen und sozialen Leistungen angestrebt wird. Unternehmen, die diesem Prinzip folgen, wachsen oft schneller und stabiler, beschäftigen engagiertere und besser bezahlte Mitarbeitende – und zeigen insgesamt eine höhere Performance als traditionelle Unternehmen.

Welche Rechtsform ist ideal?

CartaMensch sieht sich als Botschafter und Berater für eine bisher kaum bekannte Gesellschaftsform: die Unternehmensträgerstiftung.

Rechtlich handelt es sich um eine gewerbliche Treuhandstiftung – eine echte Alternative zur GmbH, UG oder AG und zugleich die „natürlichste“ Organisationsform für Unternehmen mit einem nachhaltigen Zweck.

Mit der UTS lässt sich der Unternehmenszweck – der Purpose – dauerhaft in der Satzung verankern. Er wird damit zum Herzstück der unternehmerischen DNA.

Steward Ownership: Kein Spielball der Finanzmärkte

Was zunächst wie ein Nachteil erscheint – das Fehlen von Gewinnausschüttungen – entpuppt sich in der Kultur von Purpose-Unternehmen als immenser Vorteil.

Steward Ownership bedeutet, dass ein Unternehmen sich selbst gehört – bzw. dass das Eigentum treuhänderisch von einer Stiftung oder einem internen Gremium gehalten wird. Die Anteile sind nicht veräußerbar oder vererbbar. Dadurch bleibt die Kontrolle über das Unternehmen stets im Unternehmen selbst und entzieht sich dem Einfluss kurzfristiger Interessen und Finanzmarktspekulationen.

Modelle des Verantwortungseigentums

Es haben sich weltweit unterschiedliche Gestaltungsformen entwickelt:

Modell

Beschreibung

Herkunft

Veto-Anteilsmodell

Stimmrechte bei einer Stiftung

Deutschland

Einzelstiftungsmodell

Alle Anteile in einer Stiftung

Deutschland

Doppelstiftungsmodell

Aufteilung der Eigentums- und Kontrollrechte

Deutschland

Trust Partnership Modell

Partnerschaftliches Treuhandmodell

England

Perpetual Purpose Trust

Dauerhafte Zweckbindung durch Trust-Struktur

USA

Besonders der Perpetual Purpose Trust gilt als idealtypisch – genau dieses Modell wird in Deutschland als Treuhandstiftung erfolgreich realisiert. Es vermeidet komplexe zivilrechtliche Konstruktionen und steuerliche Stolperfallen. Lesen Sie auch dazu hier unser Presseartikel.

Erfahren Sie, wie die UTS auch Ihr Unternehmen stärken kann – sprechen Sie uns an.

Die Vorteile einer gewerblichen Treuhandstiftung für Unternehmen mit Verantwortungseigentum

Mit einer Treuhandstiftung geführtem Unternehmen schützen Sie den Zweck und die Werte Ihres Unternehmens langfristig.

Gewerbliche Treuhandstiftungen motivieren und bezahlen Ihre Mitarbeiter überdurchschnittlich gut.

Treuhandstiftungen bestehen historisch gesehen besonders gut finanzielle und politische Krisen. Keine Pfändungen in Gesellschaftsanteile, da diese nicht vorhanden sind.

„Purpose over Profit“ führt zu zweckgebundenem „Profit“ bzw. Benefit für Treuhänder, Mitarbeiter, Kunden und die Gesellschaft als Ganzes.

Durch Innenfinanzierung (keine Gewinn-ausschüttungen = Gewinne bleiben im Unternehmen) besteht mehr Liquidität.  Hoher Insolvenzschutz.

Geschäftspartner können z. B. über ein Kuratorium eingebunden werden.